Begegnungen

1. November 2010 4 Von Olaf

Auf meiner gestrigen Trainingsrunde fuhr ich in Bad Honnef, kurz vor der Tankstelle Braun, rechts ab um mich dem Anstieg Schmelztal zu stellen. Direkt am Fuße der Steigung bemerkte ich zwei Fahrer, die ca. 30 Meter Vorsprung hatten. Anhand der exklusiven Räder und Bekleidung, merkte ich schnell, dass hier keine Novizen am Start waren. Sie trugen beide eine 3/4-Hose und die sehnigen, glatt rasierten Beine stachen direkt ins Auge. Meine Taktik war sofort klar: Gas geben und versuchen, die beiden nicht außer Sichtweite geraten zu lassen. Als mich einer der beiden erblickte musste ich die Taktik natürlich über den Haufen werfen! Denn was macht der erfahrene Rennfahrer? Richtig – er nimmt direkt zwei Gänge raus und lässt sich nicht jagen. Somit blieb mir nichts anderes übrig, als aufzuschließen. Da ich auch keiner bin, der am Hinterrad lutscht, fuhr ich langsam und kontrolliert an ihre Seite und begrüßte sie freundlich. Wir kamen ins Gespräch und meine Vermutungen wurden bestätigt. Die beiden Herren waren Mitte 50. Der eine, Marek, war ehemaliger Profi und fuhr für die Polnische Nationalmannschaft. Sein Colnago zierte eine wuchtige Lenker-Vorbau-Einheit mit einer nackten Schönheit. Mario Cipollini lässt grüßen. Der andere war auch kein Unbekannter: Kurt Werheit, der Sportliche Leiter Leistungssport des Radsportverbandes Rheinland. Seine Tochter Anika (21) fährt für die Deutsche Nationalmannschaft.

Natürlich habe ich den beiden Cracks von der Geschichte der Radsport-Novizen berichtet. Sie haben uns spontan zum Wintertraining eingeladen. Dieses startet wohl in 14 Tagen. Start-Ziel ist immer Unkel. Die Touren verlaufen ausschließlich flach, aber sie werden durchaus 4 Stunden lang sein. Es wird im Grundlagenausdauerbereich trainiert, also langsam gefahren. Ich werde sicherlich mal auflaufen. Wer hat Lust mich zu begleiten? Dann wird das Taxi nach Hause auch billiger. 😉